Dienstag, 23. Januar 2018

Fe̱·tisch


Leider gehört zur Umgebungsbehandlung bei Kokzidien nicht nur ein sauberer Stall, sondern auch der Versuch der Elemination sämtlicher am Schwein klebender Köttel. Das bringt mit sich, dass die Wutzen aktuell täglich raus gefangen werden müssen.

Wohin man bei uns auch schaut, man sieht nur genervte Gesichter. Motte und Klara hassen das tägliche Saubermachen der Füßschen imbrünstig. Da wird gezetert, getreten und gemault. 

Auch genervte Wutzen sehn noch glücklich aus. Wie Klara hier.

Smilla ist schon das auf dem Schoss sitzen zu viel und wenn dann noch die Medi´s eklig schmecken gibt´s Verzweiflungsbisse von ihr. Und die kleine Lizzy mag es so gar nicht nach oben gehoben zu werden.

Smilla zeigt mir, dass sie ihre Füße auch selbst sauber halten kann.


Pony und Flocke hingegen sind durch das tägliche Rausfangen irgendwie relaxter geworden. Schliesslich hab ich sie bislang noch nicht gefressen.

Flocke beim skeptischen Beäugen. `Fängt sie uns jetzt wieder raus?´

Pony findet mich gar nicht mehr so gruselig.
 Und natürlich ich bin auch genervt. Vom täglichen Sauber machen. Aber hauptsächlich davon dass sich alle Schweinchen blitzartig au dem Staub machen, sobald ich auch nur in die Nähe des Geheges komme. Sie wissen schliesslich mittlerweile, dass ich sie täglich zur Medikamentengabe und zum Füßchen sauber machen raus hole.
Das Vertrauen ist angeknackst. Der einst so friedliche Mensch hat sich, zumindest in den Augen der Schweinchen zum Fußfetischist gemausert.

 Und tatsächlich haben sie zumindest teilweise recht. Ich liebe süsse Schweinchenfüße.
Was ich allerdings nicht liebe ist: halbgetrocknete Köttelreste  mit nem Waschlappen zwischen den Meerschweinezehen rausfriemeln. Und dabei noch gezwickt, getreten und  angepinkelt werden.

Süsse Wutzenfüße!
Nun ja. Zum Glück hat das ganze bald ein Ende. Am Mittwoch ist die grosse Gehege-bis- ins kleinste- Eck- Grundreinigung und anschliessend heisst es Daumen drücken, dass die Kokzidien endlich ausgerottet sind.

Montag, 22. Januar 2018

Kuschelnde Meerschweinchen

Normalerweise besteht keine Notwendigkeit für meine Schweinchen sich zu Zweit in ein Haus zu quetschen. Auf jedes Schweinchen kommen in der Regel mindestens drei Verstecke, so dass man die beliebtesten unter sich aufteilt. Normalerweise wird hier also nie zusammen gesessen und gekuschelt.

Da aktuell aber noch fast alle Häuschen wegen der Kokzidien im Desinfektionsmodus sind, also noch gründlich saubergemacht werden müssen stehen der Schweinebande gerade mal 6 Verstecke zur Verfügung. Für 6 Schweinchen. Viel zu wenig wie meine Fellkartoffeln finden!

Denn manche Häuschen wurden für direkt vorab schon für untauglich befunden. Andere wiederum haben bezüglich der Beliebtheit Ähnlichkeit mit dem eisernen Thron und jeder will drin sitzen. 
Daher quetschen sich die Schweinchen jetzt auch manchmal zusammen in ein Haus. Es entstehen "süsse" Bilder auf denen ihnen die Begeisterung über den Kuschelpartner geradezu ins Gesicht geschrieben steht.



Freitag, 19. Januar 2018

Schwarze Löcher

Der Trinknapf  mit Wasser stellt aus der Sicht meiner Meerschweinchen überflüssige Dekoration oder, je nach Schweinecharakter auch was sehr Gefährliches dar.
Zudem bei uns der obligatorische Hinweis " Kein Trinkwasser" dort bislang fehlt. Die Schweine sehen es allerdings eher als Versäumnis meinerseits an, dass ich dort bislang noch keinen solch wichtigen Warnhinweis hinterlassen habe. Denn wer will denn schon Wasser trinken?
Das könnte schliesslich zu schlimmen Nebenwirkungen führen. Man könnte sich ja ganz plötzlich in sonst was verwandeln. In Ninja Turtles zum Beispiel. Oder in Gummibären. Man weiss ja nie was im Wasser so alles drin ist...


Liz hüpft auch ohne Gummibärsaft den ganzen Tag durch´s Gehege.
  Bei meinen Schweinchen gibt es das "Wasser = unheimliche und mutmasslich sofort tödliche Substanz dubiosen Charakters"- Gesetz. Insofern wird alles Flüssige vermieden, es sei denn es hängen einzelne Tropfen am Salat. Die werden einfach mit gefressen.
Der Trinknapf, von mir strategisch mitten im Gehege platziert, wird ähnlich wie ein schwarzes Loch weiträumig umlaufen und stets skeptisch beäugt.
Schliesslich werden diverse Futterreste, Köttel und andere rumliegende Sachen wie Heuhalme drin versenkt, um die unheimliche klare Farbe dem restlichen Inventar anzupassen.
Gewünschter Farbton: Köttelbraun.

Ob das Stopfen von echten schwarzen Löchern auch mit Fäkalien und Essensresten zu bewerkstelligen ist, sei mal dahingestellt. Die Wutzen scheinen diese Methode jedoch sicherer zu finden. So werden sie schon nicht versehentlich in ein Paralleluniversum gebeamt. (Womöglich noch in eines ohne Gras. *gasp*)

Motte kommt freiwillig nicht mit dem nassen Element in Berührung.


Woher diese Abneigung kommt ist unklar. Ich stelle mir immer die Meerschweinchen auf den Schiffen der Seefahrer vor. Die wurden den ganzen Tag durch den Seegang hin und her geschaukelt und sassen hungrig in ihren Kisten auf Deck und haben bei jeder Gischtfontäne und jedem Tröpfchen Salzwasser ihr baldiges Ableben vor sich gesehen. Und fortan wurde der meerschweinische Schwur geleistet jedem anderen Aggregatszustand als "fest" mit Skepsis und Angst entgegenzutreten.
 Für Pony übrigens eine leichte Aufgabe, denn sie tritt primärprophylaktisch einfach Allem mal mit Angst entgegen. Dann kann schon nix schiefgehen.  

☻☻☻☻☻☻

Seit Flocke bei uns wohnt ist jedoch alles anders. Sie tritt dem unheimlichen Napf ohne Angst entgegen,  wirft einen Tropfen Wasser in die Luft und fängt ihn dann wieder auf. Schiebt ihn genüsslich im Mund hin und her, kaut etwas drauf rum, macht kleine Blasen damit und spuckt ihn dann wieder aus. Wie beim Zähneputzen.

Genau! So hab ich auch geguckt als ich Sie das erste Mal dabei gesehen hab. Ungläubig staunend, ob der Tatsache, dass bei ihr wohl das evolutionsbedingte Erbe des Wasserschweins irgendwie durchkommt.



Leider ist der Spass schon nach sehr kurzer Zeit vorbei. Sobald die anderen Wutzen sich innenarchetektonisch ausgelebt haben und den Napf wieder liebevoll mit Kötteln und Heu verziert haben wird er selbst für Flocke wieder zu dem was er sonst auch immer war: dem schwarzen Loch im Käfig.

Müde Pelzkartoffeln


Einen entspannten Freitag und ein chilliges Wochenende wünscht Klara!


Montag, 15. Januar 2018

This is Sparta


"Bei uns herrscht zwar nicht das Patriarchat (eher das Gegenteil, da aktuell kein Böckchen bei uns lebt), aber bei uns geht es in jeder Hinsicht aktuell sehr spartanisch zu. 

Zunächst einmal sind wir die doofen Kokzidien noch immer nicht losgeworden. Daher wurde unser Gehege zeitweise verkleinert. Und dann wurden alle Gegenstände raus genommen und durch unschöne Pappkartons ersetzt. Und jetzt wird täglich das Gehege gemistet. Alles ist so kahl und leer. Minimalismus für Schweinchen.
Die Medizin, die wir schlucken müssen ist mega eklig. *uärgs* Und es gibt als Ausgleich dazu  deutlich zu wenig Gras. Kurzum: Wir sind alle unzufrieden mit der Gesamtsituation! 

Flocke fragt sich wo die ganze Einrichtung hin ist.


Das deutlich verkleinerte und spartanisch eingerichtete Gehege
Äste zum Nagen gibt es noch ein paar. Damit die Pappkartons die Nacht überleben....

Popcornen kann man auch im kleinen Gehege ganz gut. Zumindest Liz.
Da ist es nur logisch, wenn wir die Unzufriedenheit an den anderen Schweinchen auslassen. Also zoffen sich aktuell alle vermehrt. 
Smilla wird von Flocke gemobbt, Flocke von Klara. Klara von Motte und Motte von Smilla. 
Das ist bei uns keine Rangordnung im Sinne von: ein Leittier sorgt für Ruhe im Mob, sondern eher so ein "Es lebe die ANARCHIE!"- Ding. Die anderen Schweinchen halten sich alle für Spartiaten. 

Nur Liz und ich,  (wir wären in dem Fall die Heloten) wir halten uns da raus. Wir beide warten einfach ab, bis das neue Böckchen einzieht. Und bis dahin verdrücken wir uns einfach aus den Brennpunktgebieten und tun so lange, als ob wir unsichtbar sind. 
Bis zum nächsten mal, eure Pony"

Pony hält sich aus den Streitereien raus

















Dienstag, 9. Januar 2018

Gross und stark

...ist Lizzy noch nicht. Dafür hat sie noch den: "Oh, ist die süss!!!"- Bonus den alle kleinen Schweinchen haben. Selbst mein Freund findet Lizzy niedlich. Unglaublicherweise. Der steht normal nämlich eher auf Panzer und Zombieapokalypsekram.


Aktuell fängt Liz schon an den grossen Mädels das Futter unter der Nase weg zu klauen und wächst jeden Tag ein bisschen mehr. Und bald wird auch sie eine moppelige, träge Fellwalze sein. Wie der Rest der Bande. Aber bis dahin gibt es regelmässig lustiges Popcornkino für mich.

Flocke: "Hey, Leute, die Futtergeberin hat uns grade ganz arg beleidigt! Das können wir uns nicht bieten lassen. Wer kommt mit und zeigt ihr mit ein paar Popcornsprüngen, dass wir nicht alt und fett sind?!" *popcornt-ein-bisschen-halbherzig*

Pony: "Och nee, lieber nicht. Ist zu gefährlich. Wer weiss, sonst schnappt mich dabei vielleicht ein Andenkondor. Ich bleib lieber im sicheren Häuschen. Frag mal die Anderen."

Klara: "Morgen vielleicht! Lass mich jetzt einfach weiterschlafen."
Smilla: *schnarch*

Motte: "Das ist die Mühe nicht wert! Und deine Vorschläge sind eh alle doof, weil du auch total doof bist und gar keine Ahnung hast! Basta! Also ich bin ja viel schlauer und geh jetzt gemütlich zum Fressplatz und  fress lieber noch was Leckeres. 
Und die Futtergeberin muss gar nix sagen: Die ist selber moppelig und träge"
 (Anmerkung der Redaktion: IST SIE GAR NET!!! Die Waage lügt nach Weihnachten immer!!!) 
 
Flocke: *seufz* "Wo bin ich hier nur reingeraten?!"

Lizzy

Sonntag, 7. Januar 2018

Der Mann im Haus

Wir sind gut ins neue Jahr gerutscht. Ich hoffe ihr auch!
 Die Schweinemädels haben nach Bommi´s Ableben leider den Zickenkrieg ausgerufen.

Beim letzten TÜV am Freitag hatte Klara und Pony Haarlinge, wahrscheinlich durch den ganzen Stress untereinander. Die Rangordnung muss schliesslich neu ausgefochten werden. Die Krabbeltierchen sind zum Glück dank der chemischen Keule schnell Geschichte.  Sowas nervt aber trotzdem.

Smilla schläft aktuell sehr viel. Sie hat Bommi´s Tod am meisten mitgenommen. Krank scheint sie nicht zu sein, aber sie zieht sich an manchen Tagen sehr vor den anderen zurück. Dabei ist sie erst 4 Jahre alt. Das Essen schmeckt ihr aber zum Glück noch sehr gut.

Und Pony hat mal wieder breiigen Kot. Ich hab so meine Vermutung, dass die Kokzidienbehandlung nicht ausreichend war und sie immer noch welche hat. Der Kot wird jetzt gesammelt und falls sich immer noch Kokzidien zeigen, dann werden die Wutzen erst mal in ein Übergangsgehege ziehen. Das normale Gehege ist zum täglichen reinigen einfach zu gross.

Wie ihr seht fängt das neue Jahr bei uns dort an, wo das alte aufgehört hat: beim Tierarzt. Da geb ich nächste Woche die neueste Kotprobe ab zum testen.

Fazit: Die Mädels sind einfach ohne Herr im Haus nicht happy. Ein Kastrat muss her. Also wurde ein Notschweinchen reserviert und darf nach seiner Kastrationszeit Mitte Februar bei uns einziehen. Victor heisst er aktuell noch.

Und das sind seine Bewerbungsbilder:



Sieht er nicht süss aus?
 Drückt die Daumen und Pfötchen, dass er seine Kastration Morgen gut und ohne Komplikationen übersteht.
Damit ist unser Schweinerudel um 2 Tiere gewachsen: von 5 auf 7 Schweinchen. OMG! Dann reicht es aber wirklich! Ich verstehe schon wie die Fellkartoffeln planen die Weltherrschaft an sich zu reissen: Es werden einfach immer mehr!